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Bildungstempel der ersten Stunde Vorweg: Der heute 'Alte Universität' genannte Baukomplex zwischen Neubaustrasse und Domerschulstrasse gehört zu den ältesten und damit bedeutendsten als reiner Universitätsbau geplanten Komplexe in Europa. - Als ganzheitlich konzipierte Anlage vergleichbar und auch etwas älter ist hier möglicherweise nur noch die Universität Coimbra in Portugal. 1582 erfolgt also die Neugründung der Universität durch Fürstbischof Julius Echter, nachdem eine erste Gründung 1402  innerhalb von kaum mehr als einem Jahrzehnt mit dem Mord an dem Rektor auf so dramatische Weise gescheitert war. Diese neue Gründung geschieht im Rahmen einer Reihe von Maßnahmen zur Gegenreformation. Ziel ist es, mit den Mitteln von Bildung und Gelehrsamkeit im Reich, v.a. aber auch im eigenen Herrschaftsbereich die moralische Gestaltungshoheit in den Fragen des Glaubens für den Katholizismus zurück zu gewinnen bzw. wieder zu stärken. Die besten Köpfe sollten sich nicht der Reformation anschliessen, und auf das Denken dieser Köpfe sollte auf entsprechende Weise 'bildend' eingewirkt werden. Gelehrt wurde selbstverständlich in der Bildungssprache Latein. Studiengänge waren die Theologie, die Philosophie und die Jurisprudenz. Das war so üblich und durchaus nicht so einfach, wie es sich anhört. So gehörten allein zur philologischen Grundausbildung die Fächer Grammatik, Rhetorik, Dialektik sowie die klassischen Sprachen Altgriechisch und Latein. Für die Zeit eher unüblich war ab bereits 1593 die Hinzunahme einer medizinischen Fakultät, welche sich jedoch durch die parallele Gründung und Entwicklung des Juliusspitals anbot. Dort fand sie auch statt. - Ca. 150 - 200 Studierende haben sich im 16. und 17. Jahrhundert Jahr für Jahr neu eingeschrieben. Damit bewegte man sich in der Größe ungefähr im Mittelfeld der Universitäten. Die Universitätsbibliothek wurde ab 1617 gewissermassen mit dem Nachlass von Julius Echter angelegt. Viele kluge Förderer, Rektoren und Mäzene haben mit der Zeit eine Universitätsbibliothek zusammen getragen, die sich in der Tat sehen lassen kann und v.a. unverzichtbarer Begleiter von Studierenden und auch Lehrenden geworden ist ...; na ja, zumindest bis zur Erfindung eines gewissen Internets. - Heute und nach und nach in der kommenden Zukunft sind eben sogenannte "Digitalisate" die virtuellen Träger des Wissens und weltweit abrufbar. Da muss man einfach das Positive sehen. - Der 2. Weltkrieg hat zwischenzeitlich 80 Prozent des Bibliotheksbestandes zerstört. Ihre wichtigste Reform erfuhr die 'Alte Universität' wohl in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als unter dem für seine Zeit sehr liberal eingestellten Fürstbischof Friedrich Karl v. Schönborn erstmals ab 1734 auch Nicht-Katholiken zugelassen wurden und die Sprache, in der gelehrt wurde, von Latein zu Deutsch wechselte. Der - ebenso wie das Juliusspital - nach Plänen des Mainzer Architekten Georg Robin erbaute Universitätskomplex entstand ab 1582 auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerinnenklosters "St. Ulrich". Die 4-flüglige und gleichzeitig 4-geschossige Renaissance-Anlage mit Arkadengängen (heute geschlossen) jeweils im Süden und Norden ist um einen grossen Innenhof herum angelegt. Später kamen im Osten noch die beiden Flügel des angerenzenden, aber aufgelösten Jesuitenkollegs für das Priesterseminar hinzu. Des Fries-Relief über dem Haupttor zum Innenhof (Domerschulstrasse im Norden) wurde noch von Echter selbst initiiert und zeigt dem Bildungsort sehr symbolträchtig angemessen die "Ausgießung des Hl. Geistes über Maria und die Apostel". Und im Vordergrund kniet der der Fürstbischof und Stifter gar höchstselbst. Die eingebundene "Neubaukirche" zählt zu den wichtigsten Renaissancebauten nördlich der Alpen und dient noch heute als Aula der Universität sowie aufgrund ihrer sehr besonderen Akustik (3-geschossige Saalkirche mit Seitenemporen) für ausgesuchte Konzerte. Der hoch aufragende Glockenturm (auch Fassaden am Komplex) ist eine Schöpfung von Petrini und mit 91 Metern der höchste Kirchturm in Würzburg. - Julius Echter betonte gegen Ende seines Lebens, dass die Universität ihm die liebste seiner vielen Gründungen sei und überliess folgerichtig sein Herz gewissermassen als Reliquie der Neubaukirche. Noch heute trägt die Universität ein "Julius-" im Namen und ist eine sogenannte Volluniversität mit allen klassischen Fakultäten und Fächern im Angebot. Sie hat bisher 14 Nobelpreisträger hervorgebracht sowie eine weitere Reihe herausragender Forscherpersönlichkeiten, welche hier studierten oder lehrten. Ein neu angelegter Informationspfad im Ringpark gegenüber der 'Neuen Universität' am Sanderring informiert mit Schautafeln darüber. Aktuell ist ungefähr jeder 4. Bürger der Stadt Angehöriger der Universität; ein typischer Wert für sogenannte alte Universitätsstädte. Der Komplex der 'Alten Universität' ist ein Baudenkmal ersten Ranges im historischen Erbe der Stadt, welches in einer vor uns liegenden Zukunft hoffentlich mehr Beachtung erfahren wird. Service: Diesen Artikel als Podcast herunterladen. Die ‘Alte Universität’ im Video des Altstadtrundganges Die Station 13 des Altstadtrundganges beschäftigt sich mit der ‘Alten Universität’. Sehen Sie hier das entsprechende Kapitel aus dem Video des Rundganges, das Sie sich auf Mein-Wuerzburg.com in voller Länge auch auf der zuständigen Seite Altstadtrundgang anschauen können.

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