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Ein Platz der Ehrfurcht zur Betonung absolutististischer Macht Der mit Abstand größte Platz in Würzburg ist der Residenzplatz vor dem Schloss. Seine Aufgabe war es, aus der Enge der Stadt herauskommend die Wirkung der Residenz und die Ehrfurcht vor den weltlich im absolutistischen Europa regierenden Fürstbischöfen zu erhöhen. Und obwohl die Stadt heute nicht mehr so mittelalterlich eng ist, und obwohl die mächtige barocke Festungsmauer die Stadt nicht mehr in engen Grenzen umschließt, verfehlt die außerordentliche Weite des Platzes auch in unseren Tagen seine Wirkung nicht. Ursprünglich lag das Areal ausserhalb der "Bischofshut" genannten Stadtmauer des Mittelalters. Erst die Erweiterungen nach 1330 bezogen es mit ein. Das Gebiet blieb in der Folge allerdings nur sporadisch besiedelt und bestand überwiegend aus vereinzelten Höfen und Gärten. - Auch eine jener 'Mittelmauern' zur Verstärkung der Verteidigung müsste hier verlaufen sein. Um dem Fürstbischof nach Jahrhunderten auf der Festung Marienberg wieder einen Sitz im Stadtgebiet zu verschaffen, wurde von Antonio Petrini um 1700 herum auf dem späteren Residenzplatz das sogenannte "Rennweger Schlösschen" errichtet. Über diesen Bau und seine genauere Gestaltung weiss man leider nicht mehr viel, denn aufgrund von Problemen mit der Statik (Bauabsenkungen) ist er gar nicht erst bezogen worden, sondern wurde wieder abgebrochen, spätestens als ab 1719 das neue Residenz-Projekt in Gang kam. - Es muss sich bei dem Rennweger Schlösschen um jedoch um ein echtes bauliches Kleinod gehandelt haben, denn es findet für seine Architektur mehrfach lobende Erwähnung in Berichten der Zeit. Die baulichen Probleme mit dem Untergrund sind übrigens ebenfalls noch ein Thema unserer Tage. So mussten z.B. Überlegungen für eine Tiefgarage unter dem Platz wieder aufgegeben werden, weil durch eine dort verlaufende Wasserader ein solches Projekt dann negative Auswirkungen auf die Statik der Residenz selbst haben würde. Auf alle Fälle erklären sich so aber auch die Probleme mit der Baustatik des 'Rennweger Schlösschens'. Darüber, ob Neumann später davon wusste bei der Festlegung des Bauplatzes für die Residenz lässt sich nur spekulieren. Der weiter zurück versetzte Standort war zumindest die richtige Wahl. Sehr wahrscheinlich ist es wohl, dass er dabei die Grenzen für die proportional maximal möglichen Grenzen ausreizte. Begrenzt wurde und wird der schliesslich zusammen mit der Residenz entstandene Platz nicht nur von dem Schloss, sondern im Norden von dem ebenfalls durch Petrini um 1700 erbauten "Rosenbachpalais" (heute: Vinothek der Staatlichen Hofkellerei), das während der Bauzeit der Residenz auch als Sitz des Fürstbischofs diente, und im Süden von dem dann erst 1770 erbauten "Gesandtenbau" (heute: Gaststätte, jedoch z.Zt. insolvent und geschlossen), also einer Art Gästehaus des Fürstbischofs. Vom durch die Flügel der Residenz auf drei Seiten umschlossenen "Ehrenhof" trennte den Residenzplatz ursprünglich das kunstvoll von Johann Georg Oegg geschmiedete "Ehrenhofgitter", welches jedoch 1821 nach der Säkularisation wieder entfernt worden ist. - Um eine Vorstellung von der Kunst dieses Meisters zu erhalten, mag man z.B. das geschmiedete Tor betrachten, welches vom Residenzplatz aus am südlichen Ende des Schlosses in den Hofgarten führt. Oder jenes nördlich des Schlosses, welches vom Hofgarten aus zur Strasse weist. Der zum Ehrenhof hin zentral und ungefähr im Verlauf des ehemaligen 'Ehrenhofgitters' aufgestellte "Frankoniabrunnen" mit den Figuren von Walther von der Vogelweide, Matthias Grünewald und Tilman Riemenschneider stammt aus dem Jahr 1894. Er ist als Geschenk bzw. Ehrung dem damaligen Bayerischen Prinzregenten Luitpold, welcher in der Residenz geboren worden war, zu dessen 70. Geburtstag gewidmet. - Luitpold, ein echter Fan Würzburgs, revanchierte sich daraufhin seinerzeit damit, dass er kurz darauf der Stadt den "Kiliansbrunnen" auf dem Bahnhofsvorplatz zum Geschenk machte. Hinweis: Der Frankoniabrunnen ist heute nicht selten der Treff- und Ausgangspunkt für Residenzführungen, Führungen durch den Staatl. Hofkeller und auch für klassische Stadtführungen. Der Residenzplatz wird heute - es ist einfach schwer zu übersehen - als Parkplatz genutzt. Manchmal auch für Veranstaltungen wie z.B. ein Open Air Konzert oder einmal im Jahr für den Residenzlauf. In sehr seltenen Fällen auch als Filmkulisse, wie es 2010 für das modifizierte Remake 'Die drei Musketiere' mit Christoph Waltz und Orlando Bloom der Fall war. So sehr man Verständnis dafür hat, eine so große Fläche nicht einfach ungenutzt zu lassen, so sehr ist es aber auch eine Tatsache, dass z.B. die Pflasterung des Platzes zu grossen Teilen noch original ist und jeden Tag um ein Stückchen mehr zerfällt. Der ‘Residenzplatz’ im Video des Altstadtrundganges Die Station 1 des Altstadtrundganges beschäftigt sich als Ausgangspunkt des Runganges mit den Ereignissen rund um den ‘Residenzplatz’. Sehen Sie hier das entsprechende Kapitel aus dem Video des Rundganges, das Sie sich auf Mein-Wuerzburg.com in voller Länge auch auf der zuständigen Seite Altstadtrundgang anschauen können.

Der Residenzplatz

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