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Ein grüner Ringgürtel um die Stadt herum Als 10 Jahre nach der rechtsmainischen Stadt im Jahre 1867 aus Sicht der Würzburger auch die Festungseigenschaft für die Festung Marienberg aufgehoben wurde, war klar, dass die damals so ungeliebten Mauern fallen und die Stadt sich ebenso wie andere Orte der industriellen Gründerjahre jener Zeit endlich räumlich ausdehnen und wachsen würde. So etwas wie Stadtplanung setzte ein. Nach dem Vorbild der Wiener - Ringstraße, zumindest wird dies zum Thema gerne miteinander in einen Kontext gesetzt, sollte um die historische Altstadt herum auf dem Gelände der Festungsbastionen eine Ringstrasse mit modernen und vor allem repräsentativen Prachtbauten entstehen. Als Strasse umgesetzt wurde letztlich aber nur der Sanderring im Süden sowie der heutige Röngtenring bzw. Hauger Ring im Norden entlang dem Bahnhof. Als Zusammenhang heute kaum zu erkennen, ist die Zugehörigkeit ebenfalls des ‘Rennweger Rings’ zu diesem Projekt.  Auch die Löwenbrücke entstand 1894 im Zusammenhang. Und nur ein paar wenige dieser repräsentativen Bauten sind tatsächlich realisiert worden. Im Süden ist das die 'Neue Universität' (falls Studierende diesen Text zu lesen bekommen: jetzt wisst Ihr auch, warum der alte Kasten 'Neu' genannt wird) und das Landgerichtsgebäude, um Norden sind die heute leider leer stehende und dem Verfall preisgegebene ehemalige Augenklinik sowie weitere Institute zu nennen, darunter z.B. das Gebäude, in dem Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen gefunden hat bzw. den Einsatz und Nutzen ebendieser. Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig und hier natürlich kein Thema. Es fehlte unter anderem an Finanzierungen und Trägerschaften im Wettstreit der städtischen Entwicklungsprioritäten. Auf den Flächen des Glacis vor den eigentlichen Bastionen aber entstand ab 1878/80 der "Ringpark" nach den Plänen Jöns Person Lindahls im Stile eines englischen Landschaftsgartens. Die Stadt hatte das Areal schon unter Auflage, dort einen Grüngürtel anzulegen, vom bayerischen Staat erworben. - Hm, ich persönlich halte da die Besitzrechte des Landes Bayern ansich schon für etwas problematisch, es sei denn, der Wiener Kongress hätte dies bzgl. der Nachfolgerechte des herzoglichen Anteils am Fürstbistum Würzburg expliziert so geregelt. Ein Gedanke, dem man vielleicht einmal nachgehen sollte ... Es ist damals immerhin gelungen, den Ringpark um die ganze rechtsmainische Stadt herum anzulegen mit vielen verwunschenen Ecken, weit geschwungenen Wegen und natürlich auch der 'Klein-Nizza' genannten Teich- und Blumenanlage unterhalb der Hofgarten-Bastion. Diese besondere Parkanlage - auf die die Stadt heute mit Recht stolz ist - wurde damals jedoch über ihre komplette Entstehungszeit von bald 20 Jahren anhaltend kontrovers diskutiert bis sogar bekämpft. Angeblich wegen der explodierenden Kosten, jedoch spricht vieles dafür, dass die wahren Gründe weiter reichen und, wie das häufig so ist, durchaus auch mit jeweils eigenen Partikularinteressen zu tun hatten. Lindahl jedenfalls zwang dies zunächst zu einem Klinikaufenthalt und führte 1887 schließlich sogar zu seinem tragischen Freitod, nachdem eine seiner Anlagen (nicht im Park selbst) zerstört worden war. Sein Nachfolger Engelbert Sturm brachte als Stadtgärtner das Projekt jedoch zu einem erfolgreichen Ende. 3,3 Kilometer lang, 27 ha Fläche und manchmal bis zu 240 Meter breit sind Besucher in unseren Tagen noch immer fasziniert von diesem ungewöhnlichen Park mit seiner ebenso ungewöhnlichen Flora und dem Artenreichtum, den vielen Impressionen und Stimmungen und natürlich den wundervollen kleinen Brunnen, den Denkmälern und vieles mehr. Die Würzburger und die Studierenden nutzen den Park als eine zu ihrem Leben gehörende Konstante zum Picknicken, zum Lernen, zum Promenieren und natürlich um ihren Kindern auf den in regelmäßigen Abständen angelegten Spielplätzen einen Ort zum unbeschwerten Toben anzubieten. - In der Bombennacht des 16. März 1945 war der Park vielen Bürgern sogar ihr Lebensretter.   Entlang des Ringparks führt die Glacisstrasse sternförmig um die Stadt herum. Park und Strasse erinnern aus der Luft gesehen noch ein wenig an die Gestalt der vormaligen Festungsanlage. Immerhin.

Ringpark

Der Ringpark

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