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Burg und Schloss hoch über der Stadt Die Vorgeschichte der Festung Marienberg und auch ihre Frühgeschichte liegen etwas im Dunkeln. So ca. ab 1.000 v. Chr. soll sich auf dem Berg eine keltische Fliehburg zur Hallstattzeit befunden haben. Grabungen im Burghof belegen das im Ungefähren. Wahrscheinlich mit der fränkischen Landnahme um 500 n. Chr. herum beginnen durch die hier jeweils residierenden Merowinger wohl jene ersten Befestigungen, welche schliesslich zum Ausbau der Festung Marienberg in vielen verschiedenen Etappen führten, bis Balthasar Neumann zur Mitte des 18. Jahrhunderts hin der Letzte gewesen ist, der Hand an diese gewaltige Anlage gelegt hat. Der heute älteste Teil ist im inneren Burghof die "Marienkirche" als Rundbau um etwa 700 n. Chr. herum (Weihe im Jahr 706), welche jedoch bis etwa auf Kniehöhe auf einen noch älteren Vorgängerbau (ca. 500 n. Chr.) aufsetzt, über den man wiederum nichts weiß. Möglicherweise hat es sich aber ebenfalls schon um eine Kapelle aus Holz mit Steinfundament gehandelt. - Hier wurden die frühen Bischöfe des Bistums bestattet, deren Grabplatten sich noch darin befinden. Leider ist die Marienkirche nur in den allerseltensten Fällen geöffnet, so dass der Innenraum in der Regel nicht besichtigt (manchmal mit der Führung) bzw. nur mit etwas Mühe durch Fenster eingesehen werden kann. Auf jeden Fall beachtenswert ist aber doch, dass es sich nicht nur um die natürlich älteste Kirche Würzburgs, sondern auch um den ältesten Sakralbau östlich des Rheins überhaupt handelt. Die topografisch so exponierte Lage der Festung hoch (ca. 100 Höhenmeter) über dem Maintal und der Stadt thronend ist im Sinne eines Stadtbildes schon sehr einmalig und selbstverständlich das Hauptmotiv zur Darstellung von Silhouetten der Stadt Würzburg. Der Marienberg fällt zu drei Seiten an seinen Hängen steil ab, während der Bergrücken nach Westen hin nur sehr flach abfallend und langgezogen in Richtung des Marktes Höchberg ausläuft. Der sogenannte 'Schlossberg' zum Fluss und der Stadt hin sowie die 'Innere Leiste' nach Süden sind mit heute berühmten Weinlagen (bewirtschaftet durch die Staatliche Hofkellerei) bestanden, während die Nordseite durch parkähnliche Flächen (Landesgartenschau 1990) und Bastionen geprägt ist. Letzteres gilt insbesondere auch für den Bergrücken nach Westen, dessen Befestigung zumindest auch die konventionelle Militärtechnik unserer Tage möglicherweise sogar noch vor ein paar Probleme stellen würde. Das alte Kastell lässt Karl der Große nach seinem Besuch 788 in Würzburg anlässlich der Überführung der Gebeine der Frankenapostel in den ersten Dom um 789 herum erstmals systematisch mit einer ca. 6 Meter hohen Wehranlage (Holz- Lehm-Erdwall) befestigen. Außerdem sind in dieser Zeit wahrscheinlich einige Funktionsbauten für die Besatzung der Karolingerburg hinzugekommen. Der eigentliche Ausbau zu der Burganlage, die wir heute kennen, beginnt ca. ab 1200, als unter Bischof Konrad v. Querfurt zunächst der Bergfried und ein erster Bau-Trakt entsteht, welcher in Teilen noch heute in den Nordflügel des Schlosses integriert ist. - Hintergrund war, dass mit der kaiserlichen Zuerkennung weltlicher Rechte (Zoll, Markt, Münze, Gerichtsbarkeit etc.) an das Bistum ab der Mitte des 11. Jahrhunderts die Spannungen mit dem gleichzeitig an Selbstbewusstsein gewinnenden und aufstrebenden Bürgertum der Stadt stetig zunahmen. Die Verleihung der "Güldenen Freiheit" durch Friedrich (Barbarossa) I. im Jahr 1168 machte die Bischöfe schliesslich sogar zu Fürstbischöfen und weltlichen Herrschern im Range von Herzögen über Franken. Was zuvor noch Spannungen waren, führte zunehmend zu handfesten Konflikten, so dass die Bischöfe ab 1253  (Hermann v. Lobdeburg) ihren Sitz für letztlich fast 500 Jahre auf die Festung Marienberg verlegten. Zeitweise war es sogar so, dass sich der jeweilige Träger des Bischofshutes vor allem im Spätmittelalter nicht ohne bewaffneten Schutz durch die Stadt bewegen konnte. Diese Umstandskonstellationen sorgten dafür, dass die Festung Marienberg nicht nur zur wehrhaft befestigten Burganlage, sondern auch zu einem Fürstensitz mit repräsentativen Schlossbau wurde. Im Laufe des 13. Jahrhunderts entstanden die wesentlichen Elemente der Kernanlage: die erste steinerne Ringmauer mit einem gedeckten Wehrgang und einer Zugbrücke im Westen ungefähr dort, wo sich auch heute die Brücke über den Burggraben durch das Scherenberg-Tor in die innere Burg befindet. Außerdem der Beginn des Ausbaus weiterer Gebäudeteile hin zu der 4-flügeligen Schlossanlage, die wir heute kennen und die schliesslich mit der Errichtung des alten Zeughauses auf der Südseite (heute: Burggaststätten) ca. 1466 - 1470 abgeschlossen war. Dadurch wurde auch der sogenannte "Randersackerer Turm" in die Anlage integriert, der damals schon beinahe 150 Jahre für sich alleine darumstand, nachdem ihn die Würzburger Bürger ab 1308 zur Strafe für einen missglückten Aufstand errichten mussten. Solche Straf- oder Bußaktionen in Form von Bauwerken gibt es einige in der Würzburger Stadtgeschichte (z.B. auch die Marienkapelle). Wären die Hintergründe nicht jeweils von sehr ernster Natur, so würde man von einem eigentlich cleveren Prinzip sprechen. Ca. ab der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die noch heute als "Scherenbergring" bekannte innere Befestigungsmauer mit dem ebenfalls heutigen Burggraben darum als Ausbau des ursprünglichen Rings. Errichtet hat sie eigentlich jedoch Otto II. v. Wolfskeel bereits vor der Mitte des 14. Jahrhunderts; Scherenberg nahm lediglich Anpassungen vor und hat natürlich das Prächtige und so herrlich mittelalterliche "Scherenberg-Tor" errichten lassen. Diese Mauer setzt sich konzeptionell auch erstmals mit den im späten Mittelalter aufkommenden Kanonen und Büchsen auseinander. Deutlich verstärktes Mauerwerk und Schießscharten künden davon. Die erste Kanone auf der Festung Marienberg soll bereits im Jahr 1347 ihren Wachdienst aufgenommen haben. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts setzten unter Lorenz von Bibra erneut weitreichende Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen ein (z.B. der wunderbare Treppenturm mit der Bibratreppe), welche sowohl die Wehrhaftigkeit erweiterten, als auch damit begannen der inneren Burg und den vier Flügeln des Schlosses das Renaissance-Gesicht zu geben, das wir heute kennen. - Im Jahr 1525  lief die Entscheidung des Bauernkrieges in der Großregion schliesslich darauf hinaus, ob die Festung Marienberg fallen würde oder nicht. Sie fiel nicht, forderte aber in dem Berennen der Burg während dieses historischen Frühjahrs sehr viele Leben an der Tell-Steige bzw. dem späteren Neutorgraben, wo heute ein Denkmal an diese Ereignisse erinnert. - Die entscheidende Auseinandersetzung zugunsten des sogenannten Schwabenbundes und Ungunsten des Bauernheeres fand jedoch dann wenige Kilometer vor Würzburg statt. - Und dazu muss man sagen, dass der durch Goethe so bekannt gewordene 'Götz von Berlichingen' als Anführer des Bauernheeres die Seinen am Vorabend der Schlacht verließ und sich in einem Prozess später erfolgreich, aber historisch ziemlich peinlich herausredete, so dass er - anders als Tausende der Bauern - sein Leben hochbetagt beschließen konnte. Dazu passt auch, dass ich 1987 in meinem ersten Würzburger Semester im Einführungsseminar Germanistik neben Diana v. Berlichingen saß, einer ganz direkten Nachfahrin, die im Stammschloss der Familie in Jagsthausen aufgewachsen war. Der Bruder hieß standesgemäß natürlich Götz. Diana jedoch - und das muss gesagt werden - gab nur mittelmäßig etwas auf die prominente Familienvergangenheit. Ich half ihr bei einem innerstädtischen Umzug und verlor sie wieder aus den Augen, ... wohl nicht zuletzt, weil sie in Würzburg nicht fand, was sie suchte. Zum Ende des 16.Jahrhunderts hin gibt ein Großbrand auf der Festung vielleicht den Ausschlag für die Erweiterungen und Umbauten zur Zeit von Julius Echter. Das Schloss erhält das endgültige Aussehen im Sinne der deutschen Hochrenaissance, wie wir es heute kennen. Die Vorburg wird erweitert und nach Westen hin mit der massiven, sogenannten 'Echter-Bastei' als wehrhaftem Abschluss versehen. - Das ist der Hof mit der grossen, begehbaren Pferdetränke. Auch das Brunnenhaus und viele weitere Details entstehen, welche man alles in allem als in dem sogenannten "Echter-Stil" zusammenfasst. Als während des 30jährigen Krieges 1631 die Schweden unter König Gustav-Adolf vorbeikamen, reichte der Grad der Befestigung jedoch mitnichten, um sie aufzuhalten. Die Stadt ergab sich schnell aufgrund von auf zwei Seiten eindringender Schweden-Horden und die Festung wurde bereits nach 4 kurzen Tagen der Belagerung von Norden her erfolgreich gestürmt. Der Bischof (Franz von Hatzfeld) hatte sich da zwar schon ins Exil nach Köln begeben, der verblieben Burgbesatzung erging es dagegen schlecht. Die siegreichen Schweden waren nicht eben zimperlich. - Es blieb die nominell einzige militärische Niederlage der Festung. Allerdings fanden seither auch keine direkten Kriegshandlungen solchen Ausmaßes mehr statt. Zum Ende der napoleonischen Zeit hin bzw. eigentlich schon danach, verschanzten sich die Franzosen noch einmal für lange Monate auf der Burg, bevor man sie abziehen liess. Auch deren Angriff im Jahr 1800 und ein weiterer im sogenannten "Deutschen Krieg" von 1866 wurden abgewehrt. Nach den Erfahrungen des 30jährigen Krieges liess Fürstbischof Johann Philipp v. Schönborn (der erste der Ära Schönborn) sowohl die Stadt als auch die Burg massiv neu befestigen. Über die bisherigen Anlagen hinaus wurde ein vorgeschobener Ring aus neuen und sehr schweren Bastionen nach einem ausgeklügeltem Gesamtplan errichtet, welche einen möglicherweise stürmenden Gegner jeweils auch mit sich ausserhalb der eigentlichen Anlage befindenden Posten ins Kreuzfeuer nehmen konnte. Die Burg selbst wird um einen weiteren Vorhof nach Westen mit dem neuen Zeughaus erweitert, ansonsten aber in ihrem inneren Kern nicht angetastet, so dass wir in unseren Tagen dieses grossartige Erscheinungsbild als "Schlossburg" im Stil der Renaissance geniessen können. Ergänzt um den durch seine Lage über der Stadt eindrucksvollen "Fürstengarten" (zuvor Plattform für jetzt nicht mehr benötigte Kanonaden), der ebenfalls in dieser Zeit entstand. Zu der schwachen Flanke des Bergrückens hin entstanden vorgeschoben das innere und äussere "Höchberger Tor" mit den zugehörigen Bastionen in einer gewaltigen Massigkeit. Der Graben dazwischen dient heute als Parkplatz und nötigt den Besuchern bereits eine gewisse Ehrfurcht ab, bevor die Burg überhaupt betreten wird. Im 18. Jahrhundert blieb die Festung Marienberg nach dem Umzug der Fürstbischöfe in die Residenz 'Reichsfestung' bis diese Festungseigenschaft 1867 schliesslich aufgehoben wurde. Danach setzte bedauerlicherweise eine kleine Periode des Verfalls ein, weil man v.a. auch in der Stadt nach der Festungsenge und dem Schleifen der Stadtbefestigung sich darauf konzentrierte zu wachsen, um in jenen bürgerlichen Gründer- und Pionierzeiten in der Entwicklung zu anderen Orten aufzuschliessen. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bezog nach dem ersten Weltkrieg die Landespolizei auf der Festung Quartier und in den 1930er Jahren machte man sich schliesslich daran, den Verfall zu stoppen (ich wage es kaum zu sagen - es war der sogenannte Reicharbeitsdienst) und die Festung zu restaurieren. Dabei kamen auch manche Schätze wieder zum Vorschein, wie etwa das seit Jahrhunderten gegen Kanonenkugeln eingemauerte Brunnenhaus, dessen Pracht und Gestalt längst vergessen worden war. Zu einem vollständigen Bericht gehört in Würzburg immer auch die Erwähnung des Bombenangriffs vom 16. März 1945. - Auch die Festung wurde schwer getroffen und brannte den Berichten nach 10 Tage und 9 Nächte. Vor allem natürlich Dachstühle. Es gelang einer improvisiert zusammen gekommenen 'Feuerwehr' jedoch mittels der dort vorhandenen Druck- und Saugspritze das Schlimmste, also das völlige in sich Zusammenstürzen der Mauerwerke, zu verhindern. - Der Wiederaufbau begann ab 1950. Ebenso wie die Residenz steht die Festung Marienberg heute in der Betreuung durch die 'Bayerische Schlösserverwaltung'. Deren Prospekt können Sie sich hier herunterladen. Im Südflügel sind die Burggaststätten sowie das Fürstenbaumuseum untergebracht. Im Nordflügel befinden sich eine Abteilung des Bayerischen Staatsarchives und auch ein paar Wohnungen. Das 'Neue Zeughaus' dient dem Mainfränkischen Museum als Heimstatt, welches man keinesfalls mit einem einfachen Heimatmuseum verwechseln sollte, da es vor allem auch die grossartige Kunst der durch die Zeiten in Würzburg tätigen Künstler ausstellt. Der Besuch ist sehr kurzweilig und voll von Kultureindrücken. Der Rest der Anlage dient dem Besuch und der Besichtigung. TIPP: Der Rundgang durch die Festung Marienberg im Video! Hinweis: Die Festung Marienberg besitzt eine ganze Reihe hier nicht beschriebener, ja nicht einmal erwähnter Türme, Treppenhäuser, Tore, Kasematten und vieles mehr, das einen kompakten Bericht unmöglich gemacht hätte. Allen an über die Geschichte hinaus Detail-Interessierten sei daher der "Rundgang durch die Festung Marienberg" anempfohlen. Service: Diesen Artikel als Podcast herunterladen. Öffnungszeiten und Eintrittspreise 16. März - Ende Oktober: Führungen mit Schloss, Fürstengarten, Kasematten immer Dienstag bis Sonntag. November - Mitte März: Führungen mit Schloss, Fürstengarten, Kasematten nur Samstag und Sonntag. Die Zeiten der Führungen sind etwas unregelmäßig angelegt, starten aber in jedem Fall zu einer vollen Stunde am Museumsladen in der Vorburg. Am Besten dort jeweils informieren und ggfs. die verbleibende Zeit für die Aussenanlage nutzen. - Dauer einer Führung ca. 50 Minuten. Die Preise sind mit 3,50 Euro bzw. 6,00 Euro im Verbund mit dem Fürstenbaumuseum recht moderat. Mainfränkisches Museum Von April bis Oktober täglich geöffnet außer Montag: 10:00 - 17:00 Uhr Von November bis März täglich geöffnet außer Montag: 10:00 - 16:00 Uhr Sonderregelungen an Feiertagen Der Eintrittspreis beträgt 4,00 Euro im Normaltarif und 2,00 Euro ermäßigt. 6,00 Euro im Verbund mit dem Fürstenbaumuseum.

Festung Marienberg

Bastionen und Tore

Die innere Burg

Die Vorburg

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