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Erinnerung an den Jüdischen Friedhof des Mittelalters Im Innenhof des Juliusspitals erinnert auf der Rasenfläche des westlichen Flügels eine moderne Metall-Plastik an den jüdischen Friedhof, welcher an dieser Stelle ab dem Jahr 1147 bis zum Bau des Juliusspitals seinen Standort hatte und den zu klein gewordenen, noch älteren Friedhof im Bereich des heutigen Unteren Marktes ersetzte. Das Denkmal besteht aus drei sehr massiven, sich gegenseitig durchdringenden Elementen: einem Ring, einem Würfel und einem in die Länge gezogenen Quader, welcher auch die Inschrift mit den Daten des Jüdischen Friedhofs, dem Bau des Spitals und der heutigen Aufgabe trägt. Die drei Teile der Plastik sollen dies symbolisieren und miteinander verknüpfen. Als Julius Echter ab 1576 das Juliusspital errichten liess, wurde gleichzeitig der dort liegende Jüdische Friedhof abgetragen, obwohl das Friedhofsareal von der Jüdischen Gemeinde im 12. Jahrhundert auf 'ewige Zeit' erworben worden war, denn - anders als im Christentum - ist die Totenruhe den Juden gewissermassen heilig und darf niemals wieder gestört werden (das ist auch der Grund dafür, dass jüdische Friedhofsschändungen in der Tat doppelt schwer wiegen). Nicht nur, dass dies dem damals noch jungen Fürstbischof mehr oder weniger gleich war, es kam seinen Zielen möglicherweise sogar entgegen, da er zu jenen Vertretern im Bischofsamt gehörte, der die Juden in der Stadt und Region nicht haben wollte und sie letztlich um dieselbe Zeit herum per Erlass auch gänzlich vertrieben hat. Als 1987 ein ehemaliges Firmenareal am Rand der inneren Pleich ein Stück weiter im Nordwesten des Juliusspitals für eine Neubebauung vorbereitet wurde, sind dabei insgesamt 1485 Grabsteine dieses Friedhofs aus dem Mittelalter wieder entdeckt worden. Man hatte dort u.a. gegraben, weil es sich auch um den Ort des ehemaligen Markuskloster gehandelte. Die Grabdenkmäler waren beim Bau des Juliusspitals zusammen mit dem Aushub einfach dort abgeladen worden und gerieten in Vergessenheit. - Die Auffindung erregte selbst international viel Aufsehen, denn es stellte sich heraus, dass es sich um den weltweit größten Fund dieser Art handelte. Es gab Diskussionen darüber, was damit zu geschehen habe und ob die Grabsteine wegen der Totenruhe überhaupt vom Fundort entfernt werden durften. Man war sich hierbei wohl zunächst auch nicht über den tatsächlichen Standort des ehemaligen Friedhofes im Klaren. Heute sind die Grabsteine Teil der Sammlung des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums 'Shalom Europa' in der Valentin- Becker-Strasse (Unteres Frauenland) und damit auch Teil des jüdischen Lebens in Würzburg, das es trotz aller Ereignisse durch die Geschichte mit einer Gemeinde von über 1000 Mitgliedern wieder gibt. Nach einer Unterbrechung von 300 Jahren gibt es seit 1882 auch wieder einen jüdischen Friedhof in Würzburg, welcher - damals noch weit im Osten vor der Stadt - zwar im Bereich des Gewerbegebietes an der Nürnberger Strasse liegt, jedoch gut umschlossen durch diesen Umstand weniger berührt wird. Das Denkmal im Hof des Juliusspitals ist ein wichtiger und richtiger Schritt der jüngeren Zeit, um an den Ort des Jüdischen Friedhofs zu erinnern.

Denkmal Jüdischer Friedhof

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