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Über die Goldene Freiheit und eine ganz große Hochzeit Den Kaiser Rotbart kennt man aus dem Geschichtsunterricht. Man weiss, dass er im hohen Mittelalter ein grosses Reich beieinander hatte und sich mit einem gewissen 'Heinrich, der Löwe' zoffte; vielleicht auch noch, dass er auf einem Kreuzzug schliesslich beim Baden ertrank. Weniger bekannt hingegen ist seine ganz besondere Beziehung zu Würzburg, von der die Stadt und v.a. das Bistum sehr profitiert haben. Friedrich Barbarossa hielt sich von Jugend an häufig und gerne in Würzburg auf. Er besass hier eine Pfalz, über deren Aussehen wir leider wenig bis gar nichts wissen, eben nur dass sie sich linksmainisch auf dem Areal des späteren 'Deutschen Ordens' mit der Deutschhauskirche befunden hat. Zwischen 1152 und 1180 fanden während seiner Regierungszeit allein 8 Reichstage in Würzburg  statt. Die Bischöfe jener Zeit standen dem Geschlecht der Staufer sehr nahe und zum Teil auch Barbarossa ganz persönlich. So übernahm z.B. Bischof Herold während der Abwesenheit des Kaisers (Kriegszüge) die Aufsicht über die Kaiserliche Kanzlei zusammen mit entsprechenden Befugnissen. Man könnte durchaus von einer frühen Kanzlerschaft sprechen. 1168 erhielt das Bistum vom Kaiser die später als "Güldene Freiheit" bezeichnete Belehnung mit der Herzogswürde. Von nun an war der Bischof zu Würzburg gleichzeig ein weltlich regierender 'Herzog in Franken', ein Fürstbischof. - Dies blieb auch so bis zur Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1156 heiratete Barbarossa in Würzburg die damals noch sehr junge Beatrix von Burgund. Der feierliche und von der Bevölkerung umjubelte Hochzeitszug führte von der über die damals erst wenige Jahrzehnte alte steinerne Mainbrücke die Domstrasse hinauf bis zum Dom. Es war das stilbildende Gesellschaftsereignis des hohen Mittelalters schlechthin. Wenn fortan ein Autor des mittelhochdeutschen Romans oder ein Dichter, ein Sänger etc. Ereignisse von grosser Pracht und Herrlichkeit zu beschreiben hatte, so wurde der ausführliche Vergleich zur Würzburger Kaiserhochzeit herangezogen, denn nur dann konnte es sich auch tatsächlich um ein Ereignis von wahrer gesellschaftlicher und höfischer Bedeutung handeln. Im Grunde ist es ja so, dass jedes historische Ereignis einen bestimmten Einfluss auf die weitere Entwicklung nimmt oder eben auch bereits vergangene Geschehnisse mit einer Folgegeschichte bewertet. Manche dieser Ereignisse nehmen aber einen ganz herausragenden Platz ein, weil sie beispielsweise auf alles weitere einen prägenden Einfluss nehmen. So ist es letztlich mit auch mit Barbarossa und seiner Beziehung zu Würzburg gewesen. Weniger das Wirken der Person in der Stadt, welche als Reisekönig eigentlich nur ein regelmässiger Besucher war, sondern mehr die Nutzung des Schauplatzes Würzburg und natürlich in der Wechselwirkung dieser Allianz die Verleihung der 'Güldenen Freiheit' erzielten die historische Bedeutung. Das Würzburg der darauffolgenden Jahrhunderte wäre ohne dieses Erscheinen von Friedrich I., genannt Barbarossa, einfach nicht denkbar. Es verwundert etwas, dass das Andenken an diesen Kaiser in der Kunst Würzburgs relativ wenig Wiederhall gefunden hat. Es gibt eigentlich nur das im 18. Jahrhundert entstandene Fresko der Kaiserhochzeit von Tiepolo im Kaisersaal der Residenz.

Friedrich Barbarossa