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Die Augustinerkirche am Platz der Dominikaner Gelangt man in Würzburg an den Dominikaner Platz, so findet man dort überraschenderweise die Augustinerkirche vor. Das liegt eben vor allem daran, dass die Kirche ursprünglich von den Dominikanern errichtet und bis zur Auflösung des Ordens 1804 (Säkularisation) genutzt worden war. Die Dominikaner waren bereits ab 1227 und damit sehr früh mit einer Gemeinschaft in Würzburg vertreten, denn der Orden war 1215 überhaupt erst gegründet worden. Die Kirche entstand ab 1266 im spätromanischen Stil mit allerdings bereits in die Gotik übergehenden Elementen, wie es die Pfeiler und Fenster am Chor zeigen. Über den Bau lässt sich alles in allem wenig sagen, denn die übliche Barockisierung ist im Fall der Augustinerkirche etwas radikaler ausgefallen. 1741 lässt Balthasar Neumann das Langhaus komplett abreißen und mit der Westfassade (nach Plänen Joseph Greisings)  neu erbauen. Ein 3-schiffiges Langhaus mit sehr hohen Jochpfeilern und einem Gewölbe mit girlandisierten Kreuzgraden, angebunden an den barock umgestalteten, jedoch nicht eingerissenen Chor. Ungewöhnlich war und ist die Beleuchtung über die hohen Fenster der Fassade sowie durch Fenster in den südlichen Zwickeln des Obergadens, keine im Norden. Die Fassade selbst ist sehr bewusst etwas schlicht gehalten in ihrer statischen Gliederung eines zweigeschossigen Säulentempels jeweils um eine Heiligenfigur herum. – Man würde hinter dem schmucklosen Portal nicht diese üppige Pracht des Rokoko (hauptsächlich Johann Georg van der Auwera) erwarten, welche sich dann tatsächlich im Inneren der Kirche entfaltete. 1813 beziehen schließlich die Augustiner das Kloster und die Kirche, da sie aufgrund ihrer sozialen Tätigkeiten zuvor nicht säkularisiert worden waren. Es handelt sich heute um die grösste Niederlassung des Ordens mit aktuell 29 Brüdern. Im März 1945 ging praktisch die gesamte Rokoko-Ausstattung und damit gerade hier besonders viel Kunst verloren. Die aktuelle Neugestaltung 2011 geht noch einen deutlichen Schritt weiter, als es beispielsweise im Dom oder Neumünster der Fall ist. Abgesehen von der 1720 von Jakob van der Auwera geschaffenen Madonna im Hauptschiff unter der Empore sowie etwas Schmuck im Gewölbe ist auf jegliche historische Kunst und Pracht verzichtet worden. Das Konzept folgt der Idee des sogenannten „Communio-Modells“, welches im Wesentlichen von der Gleichheit der Gesellschaften, Ethnien, Völker und sogar Glaubensgemeinschaften ausgeht. Und so muss man sich das in dieser Kirche auch vorstellen; kein hervorgehobener Altarraum, keine Kanzel, keine besonderen Plätze für geistliche Würdenträger. Einige wenige farbenfrohe Bildgestaltungen, deren Motive weniger religiös als mehr geistig anregen. Und besonders interessant der Chor mit dem Chorgestühl. Dort sitzt alleine eine Figur des Augustinus beim Entwerfen der Ordensregel. Selbst die neue Orgel hat auf besondere Weise gestaltete Pfeifen; achten Sie einmal darauf. Das ist alles großartig gemacht und sollte man sich unbedingt anschauen. Auch die Gottesdienste sind hier ungewöhnlich; der Priester spricht inmitten der Gemeinde und es ist weniger eine Predigt als mehr ein gedanklicher Exkurs. Als der Chor der Schule meiner Tochter einmal dort gesungen hat, hatte ich z.B. Gelegenheit ein paar interessante Einsichten über unseren Umgang mit Flüchtlingen in Europa zu hören. Man vermutet es eigentlich zunächst nicht, aber die Augustinerkirche an dem Platz mit dem anderen Ordensnamen ist wirklich etwas Besonderes. – Überprüfen Sie diese Aussage mit ihren eigenen Sinnen. Service: Diesen Artikel als Podcast herunterladen. Die ‘Augustinerkirche’ im Video des Altstadtrundgangs Die Station 6 des Altstadtrundganges beschäftigt sich u.a. mit der ‘Augustinerkirche’. Sehen Sie hier das entsprechende Kapitel aus dem Video des Rundganges, das Sie sich auf Mein-Wuerzburg.com in voller Länge auch auf der zuständigen Seite Altstadtrundgang anschauen können.

Augustinerkirche

Der neu gestaltete Innenraum

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