Home Über Würzburg In Bildern Stadtgeschichte Sehenswürdigkeiten Kulturelles Würzburg Wein und Kulinarisches Rundgänge Aktivitäten BASTELRAUM Ihre Würzburg-Links
Mein-Wuerzburg.com
Mein Wuerzburg
© 2014 - 2017 | Christoph Pitz,St.-Nepomuk-Str.6,D-97218 Gerbrunn,+49 (0)931 99 130 553 | Kontakt | Impressum
Von den Jesuiten geplant, für das Priesterseminar vollendet Die ehemalige Jesuiten- und heutige Pfarrkirche St. Michael liegt im Osten des Priesterseminars der Alten Universität am Josef-Stangl-Platz dort, wo Ottostrasse und Balthasar-Neumann-Promenade in einer Verlängerung aufeinandertreffen. Und weil dort auch die Neubaustrasse und die Domerschulstrasse einmünden, ist das Ganze eigentlich nur eine Verkehrskreuzung, welche der Kirche mit Ihrer Hauptfassade nach Osten heute eine leider etwas unglückliche Lage zuweist. Im 18. Jahrhundert wurde das Jesuitenkolleg in der östlichen Verlängerung zur Alten Universität durchaus prominent neu erbaut. Zunächst der Nordflügel durch Josef Greising in den Jahren von 1715 - 19 und schliesslich von 1728 - 31 trapezförmig dazu der auch 'Regentenflügel' genannte Südflügel an der Neubaustrasse durch Balthasar Neumann. Der ebenfalls geplante Neubau der Kollegskirche im Abschluss der Flügelanlage verzögerte sich aufgrund zunächst ungeklärter Grundstücksfragen mit Resten der ehemals mittelalterlichen Stadtmauer an diesem Ort. So sehr sogar, dass die von Neumann 1742 vorgelegten Pläne später überholt waren bzw. nur noch teilweise zur Ausführung kamen. Als der Kirchenbau in 1765 nach der Klärung aller Widrigkeiten und nach einer Grundstücksübertragung durch den Fürstbischof (Adam Friedrich v. Seinsheim) begonnen werden konnte, kam es jedoch dazu, dass der Jesuitenorden durch den Papst (Clemens XIV.) noch während der ohnehin sich hinziehenden Bauarbeiten zwischenzeitlich 1773 aufgelöst wurde. Die Bauarbeiten wurden erst nach der Übernahme des Kollegs durch das Priesterseminar der Universität in den Jahren 1796 - 98 mit dem Ausbau des Westchors (!) wieder aufgenommen und gerieten dann für die napoleonische Zeit und aufgrund der Säkularisation sogar darüber hinaus erneut ins Stocken. Erst 1831 war die Kirche fertiggestellt und wurde dem Erzengel "St. Michael" geweiht; möglicherweise in seiner Funktion als Schutzpatron Deutschlands; jene Zeit der ersten aufkommenden Nationalgedanken spräche dafür (ich weiss es aber nicht genau und habe auch nicht näher nachgeforscht). Balthasar Neumann hatte eine Hallenkirche mit Wandpfeilern und Chor geplant; der Verzicht auf ein Querschiff bot sich aufgrund der Raumsituation sowieso an. Im Ergebnis ist 'St. Michael' eine letzten Endes klassizistisch geprägte Saalkirche mit diversen Seitenkapellen und Seitenemporen innerhalb einer Pilastergliederung geworden, welche das mit Zwickeln durchbrochene Gewölbe trägt. Dazu im nach Westen orientierten 'heiligen Bezirk' (das ist in einer Kirche der Altarbezirk sowie der Raum für entsprechende liturgische Handlungen) eine Lösung mit angedeuteter Kuppelvierung und ein Chorraum, welcher die Gliederungen zu beiden Seiten hin abschliesst. Im östlichen Eingangsbereich wird die Orgelempore von einer vielleicht etwas zu kräftigen Doppelsäulen-Konstruktion auf ebenfalls stark dimensionierten Sockeln getragen. Alles in allem aber aufgrund der gesamträumlichen Bausituation dieser Kirche sind das gelungene und zudem auch helle Lösungen. An der Aussenfassade finden diese Doppelsäulen ihre Entsprechung in der klassizistisch sehr weit hervorspringenden Säulengliederung und dem entsprechenden Gebälk, welches ein weiteres, zum Kirchenraum hin verjüngtes Geschoss und abschliessendes Giebelfeld mit ein paar vertikal stehenden Zierelementen aufnimmt. Letzteres kommt irgendwie mit seinen Proportionen nicht so ganz hin bzw. wirkt ein wenig so, als sei es nicht restlos zu Ende konstruiert worden. Natürlich hat jene Bombennacht des 2. Weltkrieges auch St. Michael getroffen und brannte aus, aber der Baukörper als solcher blieb doch weitgehend intakt und hat es somit etwas besser überstanden als die meisten anderen Monumente der Altstadt. Der Bildhauer Heinrich Bücker hat dem Innenraum der Kirche Anfang der 1990er Jahre mit über 40 verschiedenen Plastiken (Christus + Apostel, die Ältesten, Kampf mit dem Drachen etc.) seine heutige Raumatmosphäre gegeben. Die Kirche wird genutzt vom Priesterseminar der Universität und im übrigen nur unregelmäßig für besondere Messen, Maiandachten und in der Adventszeit sowie für ausgesuchte Orgelkonzerte. St. Michael’ im Video des Altstadtrundganges Die 13. Station des Altstadtrundganges macht neben der Alten Uni u.a. mit der Kirche des Priesterseminars ‘St. Michael’ bekannt. Sehen Sie hier das entsprechende Kapitel aus dem Video des Rundganges, das Sie sich auf Mein-Wuerzburg.com in voller Länge auch auf der zuständigen Seite Altstadtrundgang anschauen können.

Die Kirche St. Michael

Klicken Sie auf die Einzelbilder für mehr Informationen ...            
Klicken Sie auf die Einzelbilder für mehr Informationen ...