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Im Zentrum der barocken Entfaltungspracht Zum beginnenden 18. Jahrhundert wurde der zum Juliusspital Park gehörende Park im Stil der Zeit nach damals französischem Vorbild neu gestaltet und in Richtung der barocken Festungsmauern wohl auch vergrößert. Gleichzeitig entstand im Osten des Parks auch der sogenannte Gartenpavillon als Festsaal und der barocke Umbau des zentralen Fürstenbaus innerhalb der Spitalanlage. In diesem Park dominiert zentral und in einer direkten Flucht mittig zu den Durchgängen des Spitals bis hin zur Juliuspromenade die Anlage des von dem ersten Vertreter der berühmten Würzburger Bildhauerfamilie, Jakob van der Auwera, um 1706 - 1708 geschaffenen "Vierströmebrunnens". Das weite Brunnenbecken besteht aus vier, nicht regelmäßig zueinander angeordneten Kreisen oder Pässen, wie es heißt, welche jeweils mit längeren und kürzeren Zackenrändern zueinander verbunden sind. Dadurch entsteht der Raum für die auf einem Brunnenfelsen lagernde Figurengruppe mit je zwei männlichen und weiblichen Allegorien der vier fränkischen Flüsse Main, Tauber, Sinn, und Saale sowie einem erhöhten Greif im Zentrum. Die sehr kräftig und präsent ausgeführten Figuren der vier Flüsse sehen wir in ihrer Anordnung annähernd paarweise auf Felsvorsprüngen um die Mitte herum gelagert. Dem Betrachter zugewandt geht der Blick aber jeweils in die Weite des sozusagen ewig Dahin-Fliessenden. Sie erinnern in Gestaltung und Ausdruck ein wenig an den Manierismus (viel Pathos, starke körperliche Betonung durch z.T. auch proportionale Verschiebung), dem man sie gewiss auch zurechnen darf. Aus beigeordneten Füllhörnen speisen sich die Flüsse. In der Mitte des Brunnenfelsens steht aufgerichtet ein geflügelter Greif (je nachdem interpretiertes Fabelwesen mit hier sogar gefiedertem Löwenkörper, sowie Adlerkopf und Flügel) mit dem Wappen des Fürstbischofs in den Vorderpranken und einem erjagten Fisch in den Krallen der Hinterläufe. Er schliesst die Brunnengruppe bekrönend ab. Zwischen den Figuren sind sich ringelnde 'Delfine' als Wasserspeier platziert, welche mit denen des über 2 Jahrzehnte späteren Vierröhrenbrunnens beim Grafeneckart verwandt zu sein scheinen. Das muss weiter nicht verwundern, da sie aus der Hand desselben Meisters stammen. - Es ist in Beschreibungen zwar stets von 'Delfinen' als Wasserspeier die Rede, was sich bei näherem Hinsehen jedoch durchaus relativieren lässt, auch unter Berücksichtigung einer möglichen Typisierung. Die Schuppen, das Fischmaul und die Flossen haben so gar nichts von einem Delfin. Zusätzlich hält der Greif einen dieser 'Fische' mit seinen Krallen gepackt. Das alles spricht doch eher für den Fischreichtum der Ströme, welcher hier gemeint sein dürfte. Es ist im Rahmen von Beschreibungen des Brunnens auch häufiger die Rede davon, dass sich diese Anlage im Park des Juliusspitals an dem Konzept des 'Viertströmebrunnens' von Bernini auf der Piazza Navona in Rom (dieser Brunnen hat einen Auftritt in der Hollywood Verfilmung 'Illuminati' mit Tom Hanks) orientieren würde. - Ich persönlich kann das - abgesehen vom analogen Thema - in Konzept, Gestaltung und Ausführung nicht nachvollziehen. Der Würzburger Brunnen von Jakob van der Auwera hat seine eigene Provenienz, die sich aus den verschiedensten Erfahrungen und Prägungen des Künstlers, dem regionalen Geschmack und Stil, der Zeit und den Wünschen des Auftraggebers zusammensetzt. Das Wasserspiel des Brunnens speiste sich in einer Zeit, da es noch kein städtisches Wasserleitungssystem gab, aus einem Reservoir, das sich im Nordtürmchen des Gartenpavillons befand. Aus diesem Grund wurde es auch nur für Feste und Veranstaltungen angestellt, denn das Wasser musste natürlich aufwendig dorthin gepumpt werden. Der 'Vierströmebrunnen' ist vor allem in seinem Kontext der Gartenarchitektur eine überaus gelungene Anlage, die ihren Zauber nach wie vor auch auf die Menschen unserer Tage ausübt. Der ‘Vierströmebrunnen’ im Video des Altstadtrundganges Die Station 5 des Altstadtrundganges schildert rund um das Juliusspital insbesondere auch die Geschichte des ‘Vierströmebrunnens’ von Jakob van der Auwera. Sehen Sie hier das entsprechende Kapitel aus dem Video des Rundganges, das Sie sich auf Mein-Wuerzburg.com in voller Länge auch auf der zuständigen Seite Altstadtrundgang anschauen können.

Der Vierströmebrunnen

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